Emotionales Bürgertreffen zur Mittelmole
Der Einladung folgten Ralph Müller vom Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung, Helge Bothur von den Linken und von der AfD Christoph Basedow und Michael Hans sowie von der UfR Detlev Harms. Auch die Verantwortlichen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wiro wurden eingeladen, konnten jedoch nicht, da sie sich alle im Urlaub befanden. Auch eine direkte Anfrage an die Vorstandsmitglieder der Wiro blieb unbeantwortet. Begründet wurde dies mit der Kurzfristigkeit der Einladungen.
Der Interessengemeinschaft "Alter Fährhafen" ging und geht es um ein Miteinander mit der Stadtverwaltung. Das Thema Mittelmole beschäftigt seit April 2014 viele Bürgerinnen und Bürger sowie Anwohner von Warnemünde. Nicht zuletzt die Vorstellung des Funktionsplanes für die Mittelmole am 14. April diesen Jahres sorgte für Aufruhr, denn bis dato kamen nur wenige Informationen der Planung an die Öffentlichkeit. Dies sollte sich ändern, jedoch mit nur wenigen Erfolgen.
Am 8. Mai trafen sich auf Einladung des Handels- und Gewerbevereins Warnemünde, Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft, sowie besorgte und interessierte Anwohner zu einer Podiumsdiskussion im Technologiezentrum Warnemünde. In der heißen Phase des Wahlkampfes zeigten sich alle beteiligten Vertreter der einzelnen Fraktionen den Warnemünderinnen und Warnemündern zugewandt und legten Wert auf eine schnelle Einigung sowie Transparent. Leider ist bis heute davon nicht viel zu spüren.
Am gestrigen Abend stand die Verfüllung der Fährbecken im Vordergrund der Diskussionen. Während die Frage der Zuständigkeit für den Bauantrag der Verfüllung geklärt wurde, hier wurde der schwarze Peter von der Rostocker Stadtverwaltung an das Hafen- und Schifffahrtsamt Stralsund weitergereicht, schien ein Handeln seitens der Stadtvertreter auf den Herbst verschoben zu werden. Hintergrund: Anfang Juli wird die Stadtvertretung neu zusammengestellt und geht dann bis September in die Sommerpause, was wiederum heißt, dass während dieser Zeit keine oder nur wenige wichtige Entscheidungen getroffen werden.
Der Ortsbeirat von Warnemünde hat auf einer der letzten Sitzungen einen Änderungsantrag erarbeitet, verabschiedet und an die Stadtverwaltung weitergeleitet. Aufgrund der Sommerpause wird dieser Antrag allerdings erst im September oder Oktober in den Ausschuss gelangen. Bis dahin fließt jedoch viel Wasser die Warnow herunter und höchstwahrscheinlich auch viel Füllmasse in die Fährbecken. Dies ist einerseits ein sehr kostenintensives Vorhaben und könnte ebenso kostenintensive sein, sollte die Verfüllung wieder entfernt werden.
Große Zustimmung fand die Idee einer Bürgerwerkstatt für die gesamte Hansestadt Rostock. Jedoch sollte nicht eine Bürgerwerkstatt für die gesamte Hansestadt agieren, sondern jeder Stadtteil die Möglichkeit bekommen, ein Teil dieser Bürgerwerkstatt zu werden und selbst in seinem Gebiet tätig zu sein. Alexander Prechtel von der CDU konterte beim Vorschlag einer Planungswerkstatt. Er fragte sich, wo eine Rechtsgrundlage und wer ist später der Ansprechpartner. Mit diesen aufgeworfenen Fragen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Diskussion standen, versuchte Herr Prechtel vom eigentlichen Thema abzulenken und politisch korrekt, seine Sichtweise durchzusetzen. Beifall bekam er, im Gegensatz zu anderen Sprecherinnen und Sprechern nur von wenigen Zuschauern.
Auffällig laut applaudierte ihm eine unscheinbar wirkende und abwesend wirkende Dame, die, wie sich später herausstellte, eine Mitarbeiterin der Wiro ist. Sie hatte nur eines zu sagen und zwar, dass es bitte richtig gestellt werden solle, dass keine Einladungen an die Vertreterinnen und Vertreter der Wiro gegangen sind. Frage ist dann, wie sie zu diesem Bürgertreffen kam? Dies ist eine der unbeantworteten Fragen. Schlussendlich hatte die Dame den ganzen Abend nichts besseres zu tun, als mit ihrem Smartphone zu spielen und sich an der Diskussion mit Desinteresse beteiligt.
Fazit des Abends ist, dass alle versammelten Bürgerinnen und Bürger jetzt nochmals fordern, dass es eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben soll. Wie diese aussehen wird, bleibt allerdings noch offen. Dazu wird die Interessengemeinschaft "Alter Fährhafen" in den kommenden Tagen weiter informieren. Teilweise hatte die Veranstaltung den Charakter einer Wahlveranstaltung, besonders bei den größeren Parteien wie CDU und SPD, die sich, anders als am 8. Mai am gestrigen Tag mehr als uneins waren. Fakt ist, dass schnell etwas passieren muss, sonst sind die Fährbecken zugeschüttet und für zukünftige Nutzung nicht mehr zu haben. Dies sollte aus Sicht der meisten Beteiligten noch vor der Sommerpause geschehen.