Beauftragter informiert zu jüdischen Feiertagen 2024

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Maik Thomaß
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Beauftragter informiert zu jüdischen Feiertagen 2024

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Beauftragter informiert zu jüdischen Feiertagen 2024

Schwerin - Der Beauftragte der Landesregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern, Nikolaus Voss, schaut auf ein bewegtes Jahr zurück. Zum Jahreswechsel macht er auf die wichtigen jüdischen Feiertage für das kommende Kalenderjahr aufmerksam.

„2023 stand natürlich im Zeichen der schrecklichen Angriffe der Hamas auf die Menschen in Israel, die am 7. Oktober begannen. Diese haben auch in Deutschland lebende Jüdinnen und Juden schwer getroffen – ebenso die Angriffe und Anfeindungen, die seitdem auch hier zugenommen haben.“, so Nikolaus Voss: „Es ist aber eine jüdische Lebensphilosophie, sich auch in schweren Zeiten das Feiern und die Gemeinschaft nicht nehmen zu lassen. So hatten wir im zurückliegenden Jahr viele erfolgreiche und gut besuchte Veranstaltungen in MV, bei denen die jüdische Kultur und das jüdische Leben in Mecklenburg-Vorpommern gefeiert wurden. Dazu zählten zum Beispiel die jüdischen Kulturtage in Rostock und die Lesereise mit Ronen Steinke „Antisemitismus die Stirn bieten“ durch Mecklenburg-Vorpommern. 2024 arbeiten wir weiter am Aktionsplan gegen Antisemitismus, der in der zweiten Jahreshälfte vorgestellt werden soll.“



Jüdische Feiertage 2024

Tu Bischwat 24.01. bis 25.01.2024
Tu Bischwat oder auch Tu biSchewat ist das jüdische Neujahrsfest der Bäume. Es geht zurück auf das Gebot, Früchte von neu gepflanzten Bäumen in den ersten drei Jahren nicht zu ernten, sie im vierten Jahr im Tempel zu opfern und erst im fünften Jahr zu essen. Der Tag wird oft begangen, indem neue Bäume gepflanzt werden.

Purim 23.03. bis 24.03.2024
Purim ist ein Freudenfest, das an den Fasching erinnert. Es wird sich verkleidet und ausgelassen gefeiert. Man beschenkt einander und Bedürftigen werden Speisen gegeben. Zu Purim wird der Befreiung der persischen Juden im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gedacht. Der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, Hamman, wollte aus Rache das gesamte jüdische Volk im Persischen Reich ermorden lassen. Esther, die Frau des Königs, soll das verhindert und Hamman gestürzt haben.

Pessach 22.04. bis 30.04.2024
Pessach ist eines von drei Wallfahrtsfesten im Judentum und erinnert an den Exodus des jüdischen Volks aus Ägypten. Mit dem Fest wird das Ende der Sklaverei des jüdischen Volkes gefeiert. Noch heute wird im Gedenken an dieses Ereignis nur Ungesäuertes (Matzot) gegessen, weil der plötzliche Aufbruch aus Ägypten keine Zeit ließ, den Brotteig vor dem Backen mehrere Tage säuern zu lassen.

Jom ha-Schoa 05.05. bis 06.05.2024
Jom ha-Schoa ist der Gedenktag für die Opfer der Schoa und der Widerstandskämpfer- und kämpferinnen in den Gettos. Diesen Gedenktag gibt es in Israel seit 1951. Im Laufe des Vormittags (am zweiten Tag) ertönen landesweit die Sirenen und das öffentliche Leben ruht für zwei Minuten. Auch in den jüdischen Gemeinden in Deutschland finden am Jom ha-Schoa Gedenkfeiern statt.

Schawout 11.06. bis 13.06.2024
Neben Pessach und Sokkut ist Schawout das dritte Wallfahrtsfest. Es hat eine doppelte Bedeutung: Zum einen ist es ein Erntedankfest. Zum anderen erinnert es an die Verkündung der zehn Gebote am Berg Sinai und das Schließen des Bundes zwischen Israeliten und dem Ewigen. Gläubige lesen die ganze Nacht über die Tora; typisch gehören zu den Feierlichkeiten Süß- und Milchspeisen.

Rosch Haschana 02.10. bis 04.10.2024
Rosch Haschana ist das jüdische Neujahrsfest. Nun beginnt das Jahr 5785. Es ist der Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und für eine gute Zukunft zu beten. Zu den Traditionen zählt, dass das Schofar (Widderhorn) geblasen wird. Als Speisen werden u.a. gewickelte Weißbrote gereicht, die den Jahreslauf symbolisieren. Eine Delikatesse sind Apfelstücke mit Honig, um den Wunsch nach einem süßen und guten Jahr zu unterstreichen.

Jom Kippur 11.10. bis 12.10.2024
Jom Kippur ist einer der wichtigsten jüdischen Feiertage. Der Versöhnungstag dient der Reue, Buße und Umkehr. Von kurz vor dem Sonnenuntergang des Vortags bis zum nächsten Sonnenuntergang wird weder flüssige noch feste Nahrung eingenommen. Das öffentliche Leben kommt vollständig zum Erliegen. Auch Radio- und TV-Stationen strahlen kein Programm aus.

Sokkut 16.10. bis 23.10.2024
Sokkut ist das letzte Fest der Pilgertage nach Jerusalem. Zum einen ist es ein Erntedankfest, zum anderen erinnert es an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Bei der Wüstenwanderung mussten die Israeliten in unbefestigten Hütten leben. Heute werden in vielen jüdischen Familien Laubhütten (daher auch der Name „Laubhüttenfest“) zur Erinnerung daran gebaut.

Schemini Azeret und Simchat Tora 23.10. bis 25.10.2024
Das Laubhüttenfest geht in das zweitägige Schlussfest Schemini Azeret über. Der zweite Tag heißt „Simchat Tora“. Gläubige Juden sollen an diesem Tag nicht arbeiten. Beim Gottesdienst wird der Verstorbenen gedacht. Außerdem wird um Regen gebetet.

Chanukka 25.12. bis 02.01.2025
Das achttägige Lichterfest Chanukka erinnert im Judentum an den Aufstand der Makkabäer gegen die hellenistischen Besatzer und an die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels in Jerusalem nach der Schändung durch hellenisierte Juden. Nach der Überlieferung darf die Menora, der siebenarmige Leuchter, im Tempel niemals erlöschen. Aufgrund des Kriegs wurde im Tempel nur noch ein Krug mit geweihtem Öl gefunden. Dieses Öl sollte nur für einen Tag reichen, aber es brannte acht Tage und damit solange, bis neues geweihtes Öl hergestellt werden konnte. An Chanukka wird jedem Abend ein weiteres neues Licht angezündet, um an dieses Wunder zu erinnern.

Informationen zu jüdischen Feiertagen und zur Arbeit des Beauftragten Nikolaus Voss finden Sie auch auf der entsprechenden Webseite der Landesregierung:
www.regierung-mv.de/Landesregierung/wkm/weitere-themen/beauftragter-juedisches-leben
Redaktion Maik Thomaß
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