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Weniger Emissionen durch angesäuerte Wirtschaftsdünger

Verfasst: 09.08.2023, 15:28
von Maik Thomaß

Weniger Emissionen durch angesäuerte Wirtschaftsdünger

Schwerin - Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) untersucht gemeinsam mit Praxisbetrieben in dem dreijährigen Modell- und Demonstrationsvorhaben „Säure+ im Feld“ des Bundeslandwirtschaftsministerium, wie sich bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern in wachsende Bestände Ammoniakemissionen durch Ansäuerung verringern und die Düngeffizienz erhöhen lassen.

„Die umweltschonende Ausbringung von Gülle und Gärresten ist essentiell, um die landwirtschaftliche Produktion mit den ehrgeizigen Umwelt- und Klimaschutzzielen in Einklang zu bringen“, unterstrich Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus und betonte in diesem Zusammenhang, dass die Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern mit jährlich etwa 167.000 Tonnen neben der Tierhaltung eine der größten Quellen von Ammoniakemissionen in der deutschen Landwirtschaft sei.

Eine effiziente, umweltschonende Düngung ließe sich auf unterschiedlichen Wegen erreichen: „Entweder gelingt es, dass die Pflanze mehr Nährstoffe aufnimmt und weniger an Nährstoff als Gas emittiert wird oder als Nitrat ins Grundwasser gelangt. Oder man konzentriert sich darauf, die entstandenen Nährstoffüberschüsse nicht zu verlieren. Ich freue mich, dass die Agrarforschung diese Fragen konsequent bearbeitet und den Betrieben wichtige Erkenntnisse liefert, um Düngung effektiv und umweltfreundlich zu realisieren“, erklärte Minister Backhaus.

In dem aus Mitteln des Bundeslandwirtschaftsministerium seit 2020 geförderten Projekt „AcidDigSoil“ konnte in Exaktversuchen am Standort Gülzow durch die Ansäuerung der flüssigen Wirtschaftsdünger eine deutliche Reduktion der Ammoniakemissionen um bis zu 80 Prozent und eine Steigerung der Stickstoffeffizienz beobachtet werden. Langfristig wird die Minderung der Emissionen nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern sich durch die bessere Wirksamkeit der Wirtschaftsdünger und die Einsparung von Mineraldünger auch wirtschaftlich auszahlen, konstatiert der Minister.

Die Forschung der LFA in diesem Bereich ist auch Teil des im September 2022 gestarteten Vorhabens „Säure+ im Feld“. „Es freut mich sehr, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern als Modellregion bei diesem wichtigen Thema ausgewählt worden sind und unsere LFA hier im Schulterschluss bundesweit mit den Forschungseinrichtungen zusammenarbeitet“, sagte der Minister weiter.

In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich derzeit fünf Landwirtschaftsbetriebe in verschiedenen Kulturarten und ein Lohnunternehmer an dem Projekt.

„Durch den direkten Vergleich der Ansäuerung mit dem herkömmlichen Verfahren ohne Ansäuerung auf den Demonstrationsflächenerhoffen wir uns, die Steigerung der Nährstoffeffizienz auch visualisieren zu können“, ergänzte LFA-Direktor Dr. Peter Sanftleben. Im Vegetationsverlauf sollen begleitende Boden-, Pflanzen- und Erntegutanalysen durchgeführt werden, um die Nährstoffversorgung der Bestände und die positiven Effekte der Ansäuerung beurteilen zu können. Wichtiger Bestandteil des Vorhabens sei neben Demonstrationsveranstaltungen und der Anlage von Demonstrationsflächen in Mecklenburg-Vorpommern ein intensiver regionaler sowie überregionaler Wissenstransfer und Austausch, sagte Dr. Sanftleben.