Schwesig würdigt das Wirken dreier Persönlichkeiten mit dem Landesorden
Verfasst: 16.01.2023, 06:36
Schwesig würdigt das Wirken dreier Persönlichkeiten mit dem Landesorden
„Mit dem Landesverdienstorden, mit dieser hohen Auszeichnung, wollen wir Menschen ehren, die sich in besonderer Weise um unser Land verdient gemacht haben und etwas Herausragendes geleistet haben für unser Miteinander hier in Mecklenburg-Vorpommern. So wie die drei neuen Ordensträger es getan haben, denen wir heute mit dieser Ehrung danken wollen. Der Landesverdienstordern ist die höchste Auszeichnung, die Mecklenburg-Vorpommern zu vergeben hat“, erklärte die Ministerpräsidentin.
Seit vielen Jahren ist Sabine Kirton, geboren am 1. Mai 1953 aus Heringsdorf aktiv in der Organisation von Selbsthilfe nach Krebs. „Sich austauschen, mit anderen Betroffenen zu reden, etwas zu unternehmen, hilft vielen Erkrankten, besser mit ihrer Krankheit und ihrem Alltag umzugehen. Zu wissen, dass man nicht allein ist, dass es viele gibt, denen es ähnlich geht, bei denen man sich Rat holen kann, das kann eine große Stütze sein. Ihr Engagement begann, nachdem bei ihr selbst Krebs diagnostiziert wurde“, sagte die Ministerpräsidentin.
Seit über 15 Jahren leitet die Ausgezeichnete die „Frauenselbsthilfe-Gruppe nach Krebs“ in Wolgast. Ausflüge, Vorträge, Sport – all das organisiert Frau Kirton für die Mitglieder. Über 12 Jahre lang war sie zudem die Vorsitzende des Landesverbandes „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ in Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig: „Ihr Ziel war es, ein flächendeckendes Netz an Selbsthilfegruppen aufzubauen, Hilfe vor Ort für die Betroffenen, für eine gute psychosoziale Betreuung. Das ist ihr und ihren Mitstreitern gelungen - mit großem persönlichen Engagement, mit viel Überzeugungskraft.“
Von Demmin bis Crivitz, von Schwerin bis Sassnitz – überall finden die Erkrankten im Land Hilfe zur Selbsthilfe. Und als vor einigen Jahren den Selbsthilfegruppen des Landesverbandes in Schleswig-Holstein das Aus drohte, weil es keinen Landesvorsitzenden mehr gab, hat sich Frau Kirton kurzer Hand angeboten, auch diese noch zu übernehmen.
„Hut ab für so viel ehrenamtliches Engagement. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig der Austausch mit anderen während und nach einer schweren Krankheit ist. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihr großes Engagement und freue mich, Ihnen den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu überreichen für Ihr langjähriges Engagement für eine verbesserte Betreuung von Krebspatientinnen und -patienten und ihren Angehörigen“, sagte die Ministerpräsidentin an die ausgezeichnete gewandt.
Dr. Heike Müller aus Gessin, geboren am 24. Januar 1965, wird für ihr langjähriges Engagement in der Landwirtschaft, insbesondere für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Landfrauenverband ausgezeichnet. Sie hat als gelernte Facharbeiterin für Rinderproduktion, Diplom-Agraringenieurin mit dem Schwerpunkt Tierernährung, mit Berufserfahrung im Futtermittelhandel und in einer Molkerei das beste Fachwissen. „Eine gute Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ist ihr besonders wichtig. Frau Müller will die Arbeit hinter landwirtschaftlichen Produkten sichtbar machen und zeigen, dass Landwirtschaft mehr ist, als Trecker fahren und die engagierten Menschen zeigen, die mit großer Leidenschaft ihrem Beruf nachgehen. Das tut die Landwirtschaftsexpertin seit 2002 als Geschäftsführerin des Bauernverbandes Malchin und seit 2016 als Vizepräsidentin des Bauernverbandes MV. Darüber hinaus ist Frau Müller seit 10 Jahren Vorsitzende des Landfrauenverbandes, den sie vor über 30 Jahren mitgegründet hat“, lobte die Ministerpräsidentin in ihrer Laudatio auf die Ordensträgerin.
Die Landfrauen würden sich stark machen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und das in einem Bereich, in dem das besonders schwierig ist. „Frau Müller setzt sich ein für lokale Traditionen und ist gleichzeitig bereit, neue Wege zu gehen, damit das Leben auf dem Land attraktiv bleibt. Bei ihrer Arbeit setzt die Ausgezeichnete auf Dialog und Vernetzung: zwischen den Zweigen der Landwirtschaft, zwischen Bauernverband und Landfrauenverband, zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen. Ich arbeite sehr gern mit dem Bauernverband und dem Landfrauenverband zusammen. Erntebereisung und MeLa sind feste Termine in meinem Kalender. Wir können stolz sagen: Landwirtschaft prägt das Gesicht unserer Landschaft und unserer Dörfer.“ Und Frau Dr. Müller ist ein wichtiges Gesicht der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Ministerpräsidentin: „Ich überreiche Frau Dr. Müller gern den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern für ihren langjährigen Einsatz in der Verbandsarbeit für die Landwirtschaft und die Landfrauen in Mecklenburg-Vorpommern.“
Den Verdienstorden des Landes hat die Ministerpräsidentin an den Künstler Günther Uecker aus Düsseldorf, geboren am 13. März 1930 in Wendorf bei Crivitz verliehen. „Sehr gern hätte ich Günther Uecker den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern persönlich übergeben. Leider ist der Künstler erkrankt und kann heute nicht hier sein. Ich freue mich sehr, dass sein Sohn, gekommen ist, um den Orden für seinen Vater entgegenzunehmen“, führte die Regierungschefin aus.
Wenn man in Schwerin ins Staatliche Museum gehe, könne man sich dem Sog dieses Künstlers kaum entziehen. „Die Nagelbilder sind typisch für die Kunst von Günther Uecker, aber natürlich hat er noch vieles andere gemacht. Religion, Fremdenhass, Frieden – Themen, die für uns heute ganz aktuell sind, sind seit jeher Themen seiner Kunst. Günther Uecker ist derzeit der bedeutendste lebende Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern. Einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart mit weltweiter Reputation.“
Dabei habe Uecker das Land schon früh verlassen: zuerst nach Berlin an die Kunstakademie Weißensee, dann, 1953, nach Westdeutschland. „Aber zum Glück hat er das Land, in dem er aufgewachsen ist, nie vergessen. Nach der Vereinigung Deutschlands sind die Verbindungen wieder enger geworden.
Nicht nur nach Schwerin, wo das Staatliche Museum einige seiner Werke zeigt. Uecker-Ausstellungen gab es auch in Rostock und Neubrandenburg. Der Schweriner Dom hat vier Fenster, die von Günther Uecker gestaltet wurden“, erläuterte die Ministerpräsidentin.
Dazu käme sein Einsatz für Kultur und unser kulturelles Erbe.
Rerik zum Beispiel verdankt Günther Uecker das neue Kirchendach und zwei Kirchenglocken. Das Günther-Uecker-Institut in Schwerin hat den Anbau des Museums unterstützt und fördert heute internationale Forschung zur zeitgenössischen Kunst.
„Ich überreiche Jacob Uecker als Vertreter seines Vaters den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Anerkennung dafür, dass sich Günther Uecker über viele Jahrzehnte für das Kulturerbe, die Museen, die Forschung und die Künstlerförderung in unserem Land eingesetzt hat. Günther Uecker hat unserem Land und unserer Gesellschaft viel gegeben. Ich wünsche Ihrem Vater gute Besserung und alles Gute“, betonte die Regierungschefin.