Trickbetrüger verdienen sich "goldene Nase"
Verfasst: 25.01.2021, 17:08
Trickbetrüger verdienen sich "goldene Nase"
Nur ein glücklicher Zufall in der Bank verhinderte, dass die 82-Jährige aus dem Raum Stralsund tatsächlich mindestens 10.000 Euro abgehoben und an Betrüger übergeben hat.
Rund 1,1 Millionen Euro Schaden hat es in 2020 im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte) durch etwa 110 geglückte Trickbetrüge gegeben. In 44 Fällen war die Schadenssumme höher als 5.000 Euro. "Love Scamming" oder auch Betrügereien mit Geldanlagen bzw. Bitcoins verschaffen den Tätern in der Regel die höchsten Beträge. Häufige Betrugsarten, die immer wieder auch mit kleinen Beträgen funktionieren sind Gewinnspielversprechen, Enkeltrick und falsche Polizisten.
Und Schockanrufe liegen als Masche bei Trickbetrügern aktuell im Trend. Vor allem aus dem Bereich Vorpommern-Rügen werden etliche solcher Trickbetrugsversuche gemeldet. Seit Donnerstag allein 39 Versuche - nur das Hellfeld. Und es sind leider wieder einige geglückt - neben den bereits in Pressemitteilungen von 22. Januar 2021 und 23. Januar 2021 erwähnten Fällen hat es nun eine 84 Jahre alte Frau aus Stralsund getroffen, die 13.000 Euro an Betrüger übergab, weil sie glaubte, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter hätten einen Unfall verursacht und könnten aus dem Gefängnis freigekauft werden.
Das ist natürlich völliger Quatsch. In Deutschland gibt es keine Kaution, mit der jemand vorzeitig aus dem Polizeigewahrsam geholt werden kann. Genauso wenig, wie man bei echten Gewinnen in Vorkasse gehen muss oder echten Polizeibeamten Geld zur Sicherstellung gibt. Doch die Anrufe und Dialoge (s. Beispiel oben) sind professionell und wirken dadurch echt.
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108747/4820945