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Bürgerinitiative Mittelmole Warnemünde

Verfasst: 06.10.2016, 06:06
von Maik Thomaß

Bürgerinitiative Mittelmole Warnemünde

Warnemünde. Donnerstag, 10. April 2014 19 Uhr. Die MS "Warnemünde" füllt sich mit Gästen, Anwohnern und Interessierten. Bis auf den letzten Platz sind alle Sitzplätze gefüllt. Es geht um die am 14. April 2014 Vorstellung des Funktionsplans für die Warnemünder Mittelmole.

Der Funktionsplan, der am 14. April im Technologie Zentrum Warnemünde vorgestellt werden soll, sieht den Neubau von 460 bis 490 Wohneinheiten vor. Dabei soll eine sogenannte Landmarke entstehen, die sogar noch die Höhe des Hotel Neptun übersteigen soll. Damit würde sich, nach Ansicht der Interessengemeinschaft "Alter Fährhafen", die zum Bürgertreffen eingeladen haben, das Stadtbild zum negativen entwickeln und bisherige Landmarken wie der Leuchtturm, der Teepott und das Hotel Neptun untergehen.

Auf ein breites Interesse stieß ein eigens vorgelegter Plan der Interessengemeinschaft. Er beinhaltet einen neuen Ideenansatz "Alter Fährhafen". So würden sie die Nutzung des Areals für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nutzbar machen wollen, mit beispielsweise kulturellen Angeboten, passend zum Ort Wassersport und maritime Angebote erstellen. Letztlich wollen sie das Gesicht von Warnemünde wahren und nicht durch einen Architekten, der keinen Bezug zur Hansestadt Rostock und dem Ostseebad Warnemünde hat, verunstalten lassen.
Alle Gäste und Interessenten waren sich einig, dass etwas gegen den Plan der Hansestadt Rostock, die Stadtvertreter und die Wiro als Grundstückseigner getan werden muss. Nicht auf kriegerische Art und Weise aber mit Protest gegen den Funktionsplan, der am 14. April vorgelegt wird. Die Stadtvertreter und die Wiro sollen dazu aufgerufen werden, sich an eigens vorgegebene Richtwerte zu halten. Dies beinhaltet unter anderem eine Nutzung für 100 bis 300 Wohneinheiten und eine Maximale Höhe von Gebäuden bis zu drei Etagen.

Mit dem jetzigen Entwurf würden aber diese und andere Punkte der Planung nicht realisiert werden und sogar zunichte gemacht. In der teilweise hitzigen Diskussion am Donnerstagabend gab es teilweise auch Schuldzuweisungen, dass sich der Ortsbeirat Warnemünde zu spät mit dem Thema befasst hätte. Was viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rostock nicht wussten, dass es bereits 2011 eine Ausschreibung gab. Diese haben aber viele mögliche Architekten nicht mitbekommen, da sie im wahrsten Sinne des Wortes viel zu kurzfristig ins Leben gerufen wurde und einem viel zu kurzen Zeitraum unterlag.

Aus Kreisen der Architekten BLK2 aus Hamburg hieß es, dass es klimatisch nicht tragbar sei, Parkanlagen zu errichten. Sie scheinen sich sehr gut mit dem Klima an der Ostseeküste auszukennen und damit befasst zu haben. Wenn also Parkanlagen an der Ostseeküste nicht möglich sind, warum hat dann Warnemünde einen Kurpark und weitere Parks? Diese Frage sei jetzt mal dahin gestellt. Fakt ist, dass eine Parkanlage nicht in das Konzept der Hamburger Architekten passt. Dafür würde der maritime Charme, den Warnemünde jetzt noch versprüht, mit deren Entwurf und Planungen komplett verloren gehen. Wer am Alten Strom wohnt, kann nicht mehr auf die Hafeneinfahrt oder die Ostsee schauen. Auch der Blick vom Altenstrom mit den zahlreichen Kuttern würde für immer entstellt sein.

Heiko Schulze, Pressesprecher der Interessengemeinschaft "Alter Fährhafen", war zufrieden mit der gestrigen Diskussion, bei der es einen Einigungspunkt gab. Am Montag müssen wir als Bürgerinitiative den Stadtvertretern und der Wiro den Gegenentwurf präsentieren, den neuen Ideenansatz einbringen und uns zu Wort melden. Zu der Veranstaltung, die am Montag um 18 Uhr im Technologie Zentrum Warnemünde beginnt sind alle eingeladen, die Warnemünde auch weiterhin als maritimen Fischerort beibehalten wollen. Heiko Schulze zeigte sich zufrieden. "Wir haben mit 30 bis 60 Leuten gerechnet. Von der Beteiligung her sind wir total glücklich", so Schulze.

Wer den Gegenentwurf der Interessengemeinschaft "Alter Fährhafen" zum geplanten Entwurf der Hansestadt Rostock ansehen möchte, kann diesen in der Warnemünder Kirche anschauen. Auf der Internetseite http://www.conexeum.de/ gibt es ebenfalls die Möglichkeit, den Plan einzusehen, sich über das Konzept zu erkundigen und Kontakt aufzunehmen.