Digital, umweltfreundlich und kooperativ: IHKs in MV bringen Vorschläge für Konjunkturstart

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Maik Thomaß
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Digital, umweltfreundlich und kooperativ: IHKs in MV bringen Vorschläge für Konjunkturstart

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Digital, umweltfreundlich und kooperativ: IHKs in MV bringen Vorschläge für Konjunkturstart

Rostock, Schwerin, Neubrandenburg - Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern braucht einen Restart. „Ohne zielgerichtete Konjunkturprogramme kann der wirtschaftliche Neustart nach der Corona-Krise jedoch nicht gelingen“, so Matthias Belke, Präsident der IHK zu Schwerin. Die IHK zu Schwerin hat unter Beteiligung der IHK Rostock und Neubrandenburg deshalb umfassende Vorschläge für ein Konjunkturprogram entwickelt.

„Wir stellen im Konjunkturprogramm bewusst keine Maßnahmen für einzelne Branchen vor. Jetzt geht es darum, dass die Wirtschaft mit Blick aufs Ganze durch zukunftsorientierte Programme in Schwung gebracht wird“, so Belke weiter. „Wir müssen nach vorne schauen, uns auf die Stärken der heimischen Wirtschaft besinnen und dabei die zukünftige Entwicklung unserer Abnehmermärkte im Blick behalten. Die neue Normalität darf nicht schon Morgen überholt sein“, fordern die drei IHKs in Mecklenburg-Vorpommern.

„Unternehmen, die noch vom Markt abgeschnitten sind, werden eine Soforthilfe II benötigen. Das Ziel aller weiteren Programme und Maßnahmen muss aber sein, nachhaltige wirtschaftliche Erfolge für Mecklenburg-Vorpommern zu erzielen. Das schaffen wir nur mit mehr Innovationen, einer konsequenten Digitalisierung und einer nachhaltig arbeitenden Wirtschaft“, so Belke.

Die Vorgaben des sogenannten „Green Deals“ der EU-Kommission geben den Rahmen dafür vor. „Europaweit sind die kommenden Fördermittel zu rund 85 Prozent zur Steigerung der Innovation und der CO2-Einsparung zu verwenden“, skizziert Belke die Rahmenvorgaben und nennt als Beispiel: „Wenn wir den vor Ort erzeugten Strom aus Wind und Solaranlagen auch vor Ort veredeln, aus ihm Wasserstoff herstellen, diesen speichern und über Tankstellen abgeben oder als Ersatz für Gas in die Netze einspeisen, erfüllen wir nicht nur die Bedingungen der EU, sondern schaffen eine umfassende Wertschöpfung im Land. Zahlreiche Speditionen und produzierende Unternehmen stehen in den Startlöchern und wollen ihre Diesel-LKW durch nachhaltige wasserstoffangetriebene LKW ersetzen. Busse des Nahverkehrs, Kommunalfahrzeuge bis hin zu Taxen und alten Dieselloks können erste wichtige Abnehmer sein.“
Dies entspricht auch den Empfehlungen der OECD in ihrem Gutachten zur Metropolregion Hamburg. Dem Norden wird darin die Fähigkeit zur Weltmarktführerschaft auf dem Gebiet Erneuerbarer Energien bescheinigt. Während in Nordfriesland Elektrolyseure zur Erzeugung von Wasserstoff aufgebaut, Tankstellen errichtet und die ersten Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb auf Buslinien eingesetzt werden, sind hier im Land Umsetzungsschritte hin zur Sektorenkopplung kaum erkennbar, bewertet die IHK zu Schwerin den aktuellen Stand.

Von zentraler Bedeutung ist für die IHKs ein kommunales Investitionsprogramm, da die wegbrechenden Einnahmen einen erheblichen Rückgang der kommunalen Investitionstätigkeit in den kommenden Jahren befürchten lassen. „Bundesweit ist die öffentliche Hand ein wichtiger Auftraggeber. Das muss durch ein Sonderprogramm wieder in Schwung gebracht werden“, so Belke.

Die IHKs fordern die Landesregierung MV auch auf, sich der engeren Zusammenarbeit mit den bedeutenden Metropolregionen Hamburg und Berlin/Brandenburg zu öffnen. „Die OECD hat in ihrem Gutachten zur Metropolregion Hamburg deren Schwächen offengelegt und Lösungen benannt. Eine zentrale Innovationsagentur, ein gemeinsames Marketing, die enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in Norddeutschland sind Wege, von denen MV profitieren kann“, macht Belke deutlich. Mit den Metropolen Hamburg und Berlin haben wir die größten Städte und wichtigsten Abnehmermärkte vor der Haustür. Langfristige wirtschaftliche Erfolge können nur mit engen überregionalen Kooperationen erzielt werden, sind sich die IHKs zu MV sicher.
Redaktion Maik Thomaß
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