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Start für Baggerarbeiten: Rögnitz kann künftig besser abfließen
Verfasst: 18.06.2018, 13:42
von Maik Thomaß
Start für Baggerarbeiten: Rögnitz kann künftig besser abfließen
Vielank - Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat am 18. Juni 2018 an der Furt Lave bei Vielank mit einem Bagger die erste Schaufel Sediment aus einem ufernahen Bereich der Rögnitz entnommen, der seit dem Spätherbst 2017 die Fließverhältnisse des Gewässers deutlich beeinträchtigt hatte.
| Damit gab der Minister das Startsignal für die Arbeiten des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg zur Verbesserung der Abflussverhältnisse der Rögnitz auf dem Territorium Mecklenburg-Vorpommerns. Am 04. Juni 2018 hatten diese Arbeiten bereits auf der niedersächsischen Seite des Flusses begonnen. „Mit dieser Maßnahme lösen beide Bundesländer ihr 2017 an die Landwirte gegebenes Versprechen ein, alles zu unternehmen, damit sich Überflutungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen durch die Rögnitz nicht wiederholen“, sagte Minister Backhaus.
Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Verbesserung der Abflussverhältnisse mit 23.734 Euro. Das Land Niedersachsen investiert auf seinem Territorium 50.000 Euro in die Abflussverbesserung der Rögnitz. | In MV werden in den nächsten Tagen von der rechten Uferseite aus in sogenannten „Auflandungszonen“ mit einem Langarmbagger Verbreiterungen bzw. Vertiefungen der Fluss-Sohle vorgenommen und die Gleithänge an der Böschung wieder hergerichtet. Die linke Böschung wird von den Bauarbeiten nicht berührt; dort befindliche Wasserpflanzen und Laichkraute können weiterwachsen.
„Für den Eingriff in dieser für die Natur sensiblen Jahreszeit haben wir eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erwirken können. Das zeugt von hoher Wertschätzung der Naturschützer gegenüber den Belangen der Landwirte. Und es zeigt, dass Lösungen möglich sind, wenn Wasserwirtschaft und Naturschutz auf Augenhöhe eng zusammenarbeiten und beide Seiten konstruktive Lösungen wollen“, hob der Minister hervor. |
| Die Sedimententnahme zur Beseitigung von Abflusshindernissen in dem Grenzfluss sei eine Sofortmaßnahme, der auf niedersächsischen Gebiet weitere Schritte zur Renaturierung der Rögnitz folgen müssen, so Backhaus. Ziel sei das Erreichen des in der Wasserrahmenrichtlinie definierten guten ökologischen Zustandes der Rögnitz. Derzeit sei der ökologische Zustand des Flusses unbefriedigend.
Den Baggerarbeiten war nach Ortsbegehungen und Gesprächen beider Seiten im Februar 2018 eine Echolotvermessung der Rögnitz vorausgegangen. Durch die Vermessung konnten punktgenau solche Zonen in dem Gewässer ausfindig gemacht werden, die die Durchlassfähigkeit des Flusses durch Sedimentablagerungen beeinträchtigen. „Wegen dieser punktgenauen Sedimententnahme an den Auflandungszonen können wir die Arbeiten auf das notwendige Minimum reduzieren“, erkärte der Minister.
Die Rögnitz bildet auf 15 Kilometern Länge die Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen und ist Bestandteil zweier FFH-Gebiete, zweier Vogelschutzgebiete und des länderübergreifenden Biospärenreservates „Flusslandschaft Elbe“.
Nach den überdurchschnittlichen Niederschlägen der Monate Juni bis Oktober 2017 – ihre Menge überschritt den langjährigen Niederschlagsmittelwert um mehr als das Doppelte – war der Fluss über seine Ufer getreten und hatte wochenlang angrenzende Äcker und Grünflächen in MV überschwemmt. Landwirte konnten ihre Flächen nur erschwert oder gar nicht nutzen. | Ursache für die Überflutung war neben der hohen Niederschlagsmenge auch die Verengung des Abflussprofils des Flusses von 6 Metern Breite auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns auf 2 bis 3 Meter Breite in Niedersachsen, was den Rückstau des Wassers in MV zur Folge hatte.
Grund für den im benachbarten Bundesland deutlich abweichenden Unterhaltungszustand der Rögnitz, die in MV als Gewässer I. Ordnung durch das StALU Westmecklenburg unterhalten wird, war deren Einstufung als nicht prioritäres Gewässer II. Ordnung in Niedersachsen, unterhalten durch den Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband. Inzwischen sei auf niedersächsischer Seite eine Neubewertung der Rögnitz vorgenommen und das Beanspruchen von Fördermitteln zur Fließgewässerentwicklung ermöglicht worden, berichtete Minister Backhaus.
Die Arbeiten werden durch die Firma Hoff aus Oetzen vorgenommen. Die ökologische Baubegleitung erfolgt durch die Firma biota GmbH. |