Weitere Nachbeben und Ausfälle von Kühlsystemen in Japan
Verfasst: 10.03.2021, 16:33
Weitere Nachbeben und Ausfälle von Kühlsystemen in Japan
Gegen 11 Uhr 1 Ortszeit gab es eine weitere Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1. Eine Wasserstoffexplosion riss dabei die Außenwände und das Dach des Reaktors auseinander. Stehengeblieben sind lediglich die Stahlgerüste. Dabei wurden nach Angaben des Betreibers Tepco 11 Mitarbeiter verletzt. Außerdem sagten die Betreiber, dass nur eine geringe Menge radioaktive Strahlung freigesetzt wurde. Unterdessen wird im 240 Kilometer entfernten Tokio vom Gouverneur Radioaktivitätsmessungen angeordnet. Auch dieser Explosion sollen die Reaktorbehälter Stand gehalten haben. Auch im Reaktor 2 ist bereits die Kühlung ausgefallen.
Der sogenannte Jetstream, das Starkwindband, welches die gesamte Erde umspannt, könnte die Radioaktivität von Japan in die gesamte Welt tragen.
Der US-Flugzeugträger USS Ronald Reagan bricht den Hilfseinsatz ab. Die New York Times berichtete zuvor, dass der Flugzeugträger durch eine vom japanischen AKW ausgehende Wolke gefahren sei. Die Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen. Krankheitssymptome seien bisher noch nicht aufgetreten.
Ein Nachbeben der Stärke 6,2 hat am Morgen zudem die japanische Hauptstadt Tokio erschüttert. Eine anfangs ausgegebene Tsunamiwarnung wurde wenig später von den Behörden wieder aufgehoben. Unterdessen gehen die Behörden von rund 5000 Toten aus. Alleine an der Küste wurden 2000 Opfer angespühlt.
Mehr als 500000 Menschen sind obdachlos. Naoto Kan bezeichnete das verheerende Erdbeben als die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Unter den Helfern aus dem Ausland ist auch das Technische Hilfswerk. Es hat drei Hunde und 12 Tonnen Gerät zur Ortung von Verschütteten mitgebracht. Außerdem haben die Helfer Geräte zur Messung radioaktiver Strahlung dabei.
Die I.S.A.R Stiftung aus Duisburg hat dagegen ein Vorausteam wieder zurück beordert. "Wir wissen nicht, was in den nächsten Tagen passiert mit den Atomkraftwerken. Da hat die Einsatzleitung entschieden, dass Sicherheit vorgeht", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.
An der Tokioter Börse gab es am Morgen einen Kurssturz. Der Nikkei-Index ging um 633,94 Punkte oder 6,2 Prozent auf 9.620,40 zurück. Die japanische Zentralbank pumpt 15 Billionen Yen in den Finanzmarkt. Die Energieengpässe sind ein großes Risiko für die Wirtschaft in Japan. So bleiben die Werke von Honda und Toyota vorerst geschlossen. In den kommenden Tagen wird in mehreren Städten Japans zeitweise der Strom abgeschaltet. Dies soll auch in der Hauptstadt Tokio passieren.
Die Eiskunstlauf-WM in Tokio wurde am 14.03.2011 abgesagt. Sie sollte vom 21. bis 27. März 2011 stattfinden. Zwar wird nach einem Ersatztermin gesucht, aber auch ein Totalausfall sei denkbar.