Das Weihnachtswetter vom 16.12.2010
Verfasst: 04.10.2020, 07:55
Der Blick auf den 4. Advent 2010, 19. Dezember 2010
Bis Sonntag verlagert sich letzteres Tief über den Norden Deutschlands Richtung Oderhaff, wo es sich auflöst. Ein neues Tief entwickelt sich unter rascher Verstärkung über Südengland. Der Süden gerät unter den Einfluss einer Hochdruckzone, die sich über den Mittelmeerraum bis ins südöstliche Europa erstreckt. Zwischen dem Tief bei England und der Hochdruckzone wird der Weg für milde Luft aus dem Mittelmeerraum frei.

Kräftigere Schneefälle werden voraussichtlich in den Abendstunden aus Frankreich und Belgien in den äußersten Westen Deutschlands ziehen. Dabei kann es zwischen der Nordsee und dem Saarland mehrere Zentimeter Neuschnee geben. Bis zum Morgen breitet sich dieses Schneefallgebiet bis an die Elbe aus. Im Süden ist es meist leicht bewölkt und trocken. Östlich der Elbe verdichten sich die Wolken langsam. Die Tiefstwerte der Nacht liegen zwischen -5 Grad im südlichen Emsland und -15 Grad an der Oder, der Neiße und im Bayrischen Wald. Dabei weht der Wind im Norden mäßig aus östlichen, sonst aus Süd bis Südwest. In den nördlichen Mittelgebirgen kann er recht kräftig mit einzelnen Sturmböen über die Gipfel fegen.
Am 4. Advent halten sich nördlich der Mittelgebirge dichte Wolken, aus denen vom Niederrhein und dem Emsland bis an die Oder zeitweise Schnee fällt. Entlang der Ostseeküste und in Schleswig-Holstein zeigt sich dagegen gelegentlich die Sonne. Häufig leicht bewölkt bleibt es im Süden Deutschlands. Hier sind ebenfalls keine Niederschläge unterwegs. Mit -5 bis -1 Grad bleibt es weiterhin frostig. Im Norden werden teilweise mäßige Frostgrade erreicht. Der Wind ist im Norden schwach bis mäßig aus östlichen Richtungen, in der Mitte frisch aus Südwest unterwegs. Hier sind einzelne Sturmböen möglich. Im Süden ist der Wind überwiegend schwach.

Und wieder ist es soweit. Die Karten wurden neu gemischt. Ein Tief über Genua sorgt an Heiligabend für den Transport milderer Luft über die Alpen nach Norden. Dort trifft sie nach dem aktuellsten Stand der Karten auf bodennahe Kaltluft. Dem Tief gegenüber steht eine Hochdruckzone, die sich von Großbritannien über Norddeutschland und Südskandinavien bis nach Osteuropa erstreckt. Folge durch das Aufeinandertreffen der beiden Luftmassen ist eine Luftmassengrenze, die über die Mitte und den Süden Deutschlands führt. So würde es etwa südlich einer Linie Münster – Berlin zu teils kräftigeren Schneefällen kommen. Im Südosten Bayerns könnte die Mildere Luft für teilweise gefrierende Niederschläge sorgen. Im Norden Deutschlands hält sich Hochnebel. Nur an der Nordsee und in Schleswig-Holstein besteht die Chance auf etwas Sonne. Die Temperatur erreicht im Tagesverlauf -5 bis -1 Grad im Norden und der Mitte und Werte um den Gefrierpunkt im Süden Deutschlands.
Am 1. Weihnachtsfeiertag könnte sich der Hochdruckeinfluss auf den Norden und die Mitte Deutschlands ausbreiten. Im Süden würden letzte dichte Wolken, des nach Süditalien ziehenden Tiefs, für leichte Schneefälle sorgen. Da sich auch weiterhin etwas mildere Luft über die bodennahe Kaltluft legt, würde die Folge eine Inversionswetterlage sein, bei der die Temperatur mit der Höhe zunimmt. Als Ergebnis sehen wir dichte hochnebelartige Wolken und Nebel am Boden. Nur selten würde sich die Sonne zeigen. Die Temperatur liegt am Tag zwischen -8 und -2 Grad. Im Norden könnte es ganz leicht ins Plus gehen.
Am 2. Weihnachtsfeiertag versucht ein Tief über dem Nordatlantik dem Hochdruckeinfluss über Deutschland ein Ende zu bereiten. So dreht die Höhenströmung langsam auf Süd bis Südwest. Mit ihr gelangt vor allem in höheren Luftschichten milde Luft nach Deutschland. Während sich über dem Osten und Süden Deutschlands auch weiterhin dichte hochnebelartige Wolken halten, lockert von der Ostsee bis zum Schwarzwald die Wolkendecke gelegentlich auf. Dabei wird es weiterhin recht frostig bleiben. -9 bis -1 Grad könnten die Höchstwerte des Tages sein. Nur im aller äußersten Norden kann es ein wenig über Null Grad gehen.
Wie das Leben so spielt ist wieder alles offen beim Weihnachtswetter. Die gestrige Milderung zum 2. Weihnachtsfeiertag scheint erst einmal vom Tisch zu sein, der trockene Verlauf des Heiligabends wurde heute durch kräftige Schneefälle im Süden und der Mitte Deutschlands abgelöst. Bleibt nur der Hinweis, dass es ab dem 17.12.2010 den Weiße-Weihnacht-Trend gibt.
Maik Thomaß, 16.12.2010 16:36
Das aktuelle Weihnachtswetter für Deutschland