15-Tage-Temperaturdiagramm vom 31.12. bis 15.01.2010

15-Tage-Temperaturdiagramm vom 31.12. bis 15.01.2010

UNREAD_POSTvon Wettermaik » 30.12.2009, 22:39

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15-Tage-Temperaturprognose



Hier mal das 15-Tage-Temperaturdiagramm für Rostock (weiße Linie, gestrichelte Linie Daten Vorjahr), München (rote Linie), den Niederrhein (gelbe Linie), das östliche Sachsen (grüne Linie) und dem Südwesten Deutschlands (hellblaue Linie).


Winterdurchbruch und das nicht nur bei den Temperaturen?

Noch zwei Tage, dann ist es soweit: Auch im Süden Deutschlands bricht der Winter von den Temperaturen her durch. Bis dahin müssen aber noch einmal zwei frostfreie Tage überstanden werden.

Schaut man sich das Temperaturdiagramm genauer an, so wird manch einer begeistert sein. Wer es kalt mag, kommt in den kommenden Tagen voll auf seine Kosten. Der Norden bleibt, wie in den vergangenen Tagen schon, auf der kalten Seite. Hier gelangt immer wieder kalte Luft aus Skandinavien auf direkten Weg hin. Der Süden und die Mitte liegen dagegen auch über den Jahreswechsel im Bereich milderer Luft aus Südeuropa. Dies wird durch Tiefdruckgebiete verursacht, die genau am Silvestertag über Deutschland hinwegziehen. Am Neujahrstag passiert es dann. Ein Tief verlagert sich von Südfrankreich über Norditalien zum Balkan. Dieses zieht dann in einem weiten Bogen Kaltluft aus Skandinavien über die britischen Inseln und Frankreich nach Südosten hinter sich hinterher. Während als erste der Norden und Westen Deutschlands in den Genuss der Kaltluft kommen, wird auch der Süden mit einem Tag Verspätung den Winter zu spüren bekommen.
Günstig ist auch die Lage eines Tiefdruckgebietes über Polen. Was könnte dieses Tief uns bringen?
Neben der günstigen Lage und der Kaltluft aus Skandinavien, die an der Westseite des Tiefs bis an die Alpen gelangt, wird es auch für zeitweilige Schneefälle sorgen. So könnten am Samstag zwischen der Ostsee, dem Erzgebirge und dem bayrischen Alpenrand Schneefälle niedergehen. Sie werden wohl nicht so kräftig ausfallen, können aber in einzelnen Regionen, besonders im Nordstau der Mittelgebirge für einige Zentimeter Neuschnee sorgen. Am Nachmittag kann sogar im Saarland und im Baden-Württembergischen Schneefall auf dem Plan stehen. Was so ein Tief doch alles bewirken könnte. Allerdings ist dies ganze noch unsicher.
Am 3. Januar scheint sich das zu etablieren, was sich in den letzten Tagen schon abgezeichnet hat. Zwei Hochdruckgebiete, eines über Grönland und ein weiteres über dem Balkan, verbunden über eine schmale Hochdruckbrücke quer über Deutschland. Ziemlich eng könnte es dabei über der Nordsee werden. Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien und ein weiteres südwestlich der britischen Inseln versuchen diese Verbindung zu kappen. Zudem sorgt das britische Tief für die Zufuhr etwas milderer Luftmassen in den äußersten Süden und Südwesten Deutschlands, was für ein leichtes Plus sorgen könnte. Zudem verlagert es seinen Schwerpunkt im Laufe des 5. Januars nach Norditalien. Folge wären erst Schnee, später leichter Regen.
Am kommenden Mittwoch könnte es dann für den Westen und Süden Schnee juchhe heißen. Ein Tief nähert sich von Frankreich und überquert Deutschland. Dabei verlagert es sich vom Elsass über das Saarland und Thüringen nach Osten. Weite Teile Deutschlands könnten dabei Schneefälle abbekommen, die lokal kräftiger ausfallen könnten. Allerdings wird in den Süden Deutschlands etwas mildere Luft geführt, die teilweise auch Regen bringen könnte.
Nach dem Tief kommt neue Kälte aus Skandinavien nach Deutschland und mit der Kälte ein Hoch über Süddeutschland. Wo Schneegefallen ist und es des Nachts aufklart, können die Temperaturen gut und gerne mal im zweistelligen Minusbereich absacken, teilweise auch unter –20 Grad. Der Norden Deutschlands könnte sogar noch etwas Schnee abbekommen. Tiefdruckgebiete über Skandinavien lenken vielleicht ihre Fronten über den Norden hinweg.
Kommt in der zweiten Januardekade eine Milderung?
Entgegen der Karten des gestrigen Tages könnte sich ab dem 12. Januar ein Tief zwischen den Azoren und der iberischen Halbinsel festsetzen. Dieses lenkt erst mildere Luftschübe nach Mitteleuropa. Verstärkt wird der Transport der milden Luft dann noch durch ein Tief, welches, so zeigen es die heutigen Karten, über dem Ärmelkanal entsteht. Ab der Mitte der Dekade würden dann vermehrt Tiefdruckgebiete über Westeuropa nach Norden ziehen, deren warme Schübe aus Südwesten dann auch Deutschland treffen könnten. Somit wäre das „Südwestgebläse“ wieder aktiviert und würde einige Folgen haben.
Da dies aber noch in ferner Zukunft liegt, bleibt nur, zu schauen, ob sich die Lage wirklich so entwickelt, oder der Winter noch länger bleibt.

Fazit: Auch zum Jahresende zeigen die Karten auf Winter, denn schließlich hat der ja auch erst vor kurzem begonnen. Zudem ist der Hochwinter auch noch nicht erreicht, so dass noch einiges an Überraschungen auf uns warten könnte. Was sagt dieser Modelllauf eigentlich aus? Zu fast einhundert Prozent kommt der Winter auch nach Süddeutschland, es sei denn, es würde noch eine Südwestströmung einsetzen, was aber so gut wie ausgeschlossen ist. Damit bewahrheiten sich die Szenarien der letzten Tage. Allerdings sollte man auch hier den realistischen Blick nicht verlieren. So kann sich binnen eines Tages alles Wenden und morgen schon ein ganz neues Bild im Diagramm zu sehen sein.

Quelle: www.wetter-in-mv.de/trend.htm
Maik Thomaß
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