Wetterlage vom 28.03. bis 31.03.2012

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Wetterlage vom 28.03. bis 31.03.2012

UNREAD_POSTvon Wettermaik » 28.03.2012, 13:30

Die Wetterlage vom 28. bis 31. März 2012


Unser Frühlingshoch „Harry“ verlagert sich bis Mittwochabend über Großbritannien vor die Küste nordwestlich Irlands. Sein Einfluss auf Deutschland wird sich damit verringern und Tiefdruckgebiete, die sonst einen weiten Umweg über Nordskandinavien nach Russland machen mussten, können über Skandinavien direkt ins Baltikum vorstoßen. Tief „Ellen“ zieht bereits im Laufe des Nachmittags zur nördlichen Ostsee. Auf ihrem Weg führt sie auf der Rückseite polare Kaltluft nach Mitteleuropa, die bereits Skandinavien erfasst hat und im Laufe der Nacht auf Donnerstag auch den Nordosten und Norden Deutschland erfasst. Kältepole des Mittwochs sind das Baltikum, die Ukraine und der östliche Mittelmeerraum. Hier sorgt ein Tief über dem Nordosten Europas für den Transport sehr kalter Luftmassen nach Süden. Hoch „Harry“ bringt dagegen sehr milde Luft vom Nordatlantik bis nach Island und Südgrönland.

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Am Donnerstag verlagert sich Tief „Ellen“ weiter nach Südosten und liegt am Nachmittag über dem Baltikum. Sehr kalte Polarluft wird dabei über Deutschland einfließen. Zudem wird eine schwache Kaltfront mit dichten Wolken und gelegentlich auftretenden Regen über Deutschland nach Süden ziehen. Einzig ein Streifen vom Mittelrhein über den Schwarzwald bis an den Bodensee bleibt noch unter leichtem Hochdruckeinfluss. Die Kaltluft schafft es in Deutschland bis zu einem Streifen vom Emsland bis zur Zugspitze. Östlich dieser Linie steigt die Temperatur nur noch auf 7 bis 12 Grad. Westlich dieser Linie werden 13 bis 17 Grad erreicht. Milde Luftmassen verbleiben am Donnerstag über Westeuropa und Island. So steigt beispielsweise in Island die Temperatur auf 5 bis 10 Grad. In Spanien, Portugal, Italien und Frankreich können 20 bis 25 Grad, teilweise auch noch etwas höher, erreicht werden. Kälter und teilweise frostig mit Werten zwischen -5 und 0 Grad wird es dagegen in Finnland, dem Nordwesten Russlands und der Ukraine.

Am Freitag gelangt Deutschland unter leichtem Hochdruckeinfluss. Hoch „Harry“ bleibt fast unverändert westlich Irlands und lenkt in einer nordwestlichen Höhenströmung mildere Luftmassen in den Westen und kältere Luftmassen in den Osten Deutschlands. In den Nachmittagsstunden bildet sich über Skandinavien ein Tief, das unter Verstärkung südostwärts ziehen wird. Von der milden Luft, die in höheren Luftschichten nach Deutschland gelenkt wird, wird bodennah kaum etwas zu spüren sein. Deutschlandweit pendelt sich die Temperatur auf Werte zwischen 6 und 12 Grad ein. Dichte Wolken dominieren am Himmel über Deutschland und bringen im Nordwesten und Westen gelegentlich etwas Nieselregen. Das Tief, das sich am Nachmittag bildet, wird auf direktem Weg polare Kaltluft ansaugen und über Skandinavien nach Mitteleuropa lenken.

Eine markante Kaltfront wird im Laufe des Samstags über Deutschland hinwegziehen. Viel Niederschlag wird sie zwar nicht bringen, jedoch deutlich kältere Luftmassen, in denen aus etwas Regen, der fällt, schnell Schnee und Graupel fallen kann. Vor allem in höheren Lagen der nördlichen Mittelgebirge sowie im Norden Deutschlands stellt sich windiges Schauerwetter ein. Dabei gibt es neben Regen- auch Graupel- und Schneeschauer. Ab und an zeigt sich die Sonne. Während sich die kühlere Luft im Norden mit Werten zwischen 6 und 9 Grad bemerkbar macht, fließt in den Süden und Westen Deutschlands nochmals milde Luft ein, die die Temperatur auf 10 bis 15 Grad ansteigen lässt. Diese milde Luft wird durch ein Tief mit Kern über Norditalien über die Alpen in den Südwesten Deutschlands transportiert. Noch kältere Luft gelangt nach Polen, wo die Temperatur im Tagesverlauf vor allem im Norden unter 5 Grad liegen wird. In Skandinavien kann es teilweise leichten Dauerfrost geben.

Der Wettertrend bis Dienstag den 3. April 2012: Am Sonntag liegen über Skandinavien Tiefdruckgebiete, die immer wieder polare Kaltluft nach Mittel- und Osteuropa lenken. Unser Frühlingshoch „Harry“ streckt unterdessen einen Keil über Süddeutschland bis nach Ungarn aus, wo er sich mit einer Hochdruckzone über dem östlichen Mittelmeerraum vereinigt. Am Sonntag könnte sich in Deutschland freundlicheres und trockeneres Wetter durchsetzen. Neben ein paar dichteren Wolken kommt auch die Sonne zum Vorschein und es bleibt weitestgehend trocken. Es bliebe aber kühl mit Werten zwischen 6 und 10 Grad. Schon der Sonntagmorgen wird mit Frost losgehen. Verbreitet sinkt die Temperatur in den Morgenstunden auf -1 bis -4 Grad.
Zum Montag könnte sich ein neues Tief von Skandinavien unter Verstärkung über die Ostsee ins Baltikum verlagert. Dieses würde auf seiner Rückseite erneut polare Kaltluft über Skandinavien nach Deutschland lenken. Unterdessen breitet sich von Westen her wieder Hochdruckeinfluss nach Mitteleuropa aus. Die Kaltfront des Tiefs an Montag könnte mit anfänglichem Regen, der zum Morgen im Norden teilweise in Schnee übergeht bis in die Mitte vorankommen, wobei sich die Kaltfront abschwächt. Am Nachmittag würden noch einzelne Schnee- und Graupelschauer im Norden übrig bleiben. Bis zum Main schafft es die neuerliche Kaltluft mit Werten, die bei etwa 4 bis 6 Grad liegt.
Am Dienstag könnte sich dann die Hochdruckzone über Mitteleuropa und Polen bis zur Ukraine erstrecken. Damit würde in einer zunehmend westlichen Höhenströmung wieder mildere Luft vom Nordatlantik herangeführt werden. Am Boden wird davon noch nicht allzu viel zu merken sein. Die Temperatur liegt zwischen 7 Grad im Osten und 12 Grad im Westen Deutschlands. Mit dem Überströmen der milden Luftmassen über die bodennahe Kaltluft könnten sich im Norden Deutschlands wieder dichte Hochnebelfelder ausbreiten. In den Süden gelangt trockenere Luft, so dass sich hier vielfach die Sonne zeigt.

Text: Maik Thomaß, 28.03.2012 - 13:28

Quelle: http://www.wettertopia.de/vorhersagenarchiv/20120328-wetterlage.htm
Maik Thomaß
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