Tornado über Tessin (Mecklenburg-Vorpommern)

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Tornado über Tessin (Mecklenburg-Vorpommern)

UNREAD_POSTvon Wettermaik » 14.07.2012, 08:21

In den Abendstunden des Freitag den 13. Juli 2012 zog über Tessin Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern, ein Tornado. Dieser deckte unter anderem das Dach eines Autohauses ab und entwurzelte mehrere Bäume.

Augenzeugen berichteten über 2 bis 3 Tornados, die auf einem Feld vor der Kleinstadt gesehen wurden.

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Quelle: Deutscher Wetterdienst
Webradar Nordost


Auf dem Radarbild vom 13.07.2012 19:30 Uhr Ortszeit ist die Schauerzelle, zu der der Tornado gehörte, leicht südöstlich von Rostock zu sehen.

Was mir, gerade bei auftretenden Tornados in Mecklenburg-Vorpommern auffällt, ist die Tatsache, dass sie meist dann auftreten, wenn man es am wenigsten vermutet. Erinnern wir uns noch einmal zurück:

Tornadoverdachtsfall am 17. August 2010 östlich Rostock
Tornados am 28. August 2010 in Warnemünde und Rostock
Tornado 2. September 2010 Warnemünde

Alle diese Tornados traten bei Wetterlagen auf, bei denen Höhenkaltluft einfloss.

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Quelle: http://www.wetter3.de 500 hPa-Geopotential 17. August 2010


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Quelle: http://www.wetter3.de 500 hPa-Geopotential 28. August 2010


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Quelle: http://www.wetter3.de 500 hPa-Geopotential 2. September 2010

Am 17. August 2010 und am 28. August 2010 lagen jeweils Tiefdruckgebiete mit Kern über Südskandinavien. Diese führten in der Höhe polare Kaltluft nach Mitteleuropa. Auch am 2. September 2010 floss in einer nordwestlichen Höhenströmung polare Kaltluft ein. Steuernd war ein Tief mit Kern über dem Baltikum.

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Quelle: http://www.wettertopia.de 500 hPa-Geopotential 13. Juli 2012

Auch am gestrigen 13. Juli 2012 floss über die Nordsee polare Kaltluft nach Mitteleuropa. Gesteuert wurde diese durch ein Tief mit Kern über Norwegen. Zeitgleich wurde sehr feuchte Luft in die Mitte und den Süden geführt.

Ich möchte mal behaupten, dass wir in Deutschland, was Tornados angeht, uns weniger an die USA halten sollten. Dort herrschen andere klimatische Bedingungen. Zudem sind die Landmassen und die Luftmassen deutlich anders, als in Deutschland. Während in den betreffenden Gebieten der USA Kontinentalklima herrscht, ist gerade Deutschland doch gerade beim Auftreten von Tornados oftmals im Einflussbereich des Nordatlantiks, von dem aus feuchte und kühle Luftmassen aufs Festland treffen.

Auch am heutigen Samstag den 14. Juli 2012 möchte ich das Auftreten einzelner Tornados nicht ausschließen. Die Luftmasse wird weiterhin geprägt von polarer Kaltluft und einem steuernden Tief mit Kern über Norwegen sowie einem kleine Tief über der Deutschen Bucht, ds sich im Tagesverlauf auflöst.

Was meint ihr dazu?
Maik Thomaß
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