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Sturm im Norden, langsam wird es milder

31.01.2011 - 13:54 Uhr
Großwetterlage Europa
Wetterlage Europa am 31.01.2011

Für ruhiges Winterhochdruckwetter sorgt eine ausgeprägte Hochdruckzone über Europa. Diese erstreckt sich von den Azoren über Portugal, Nordspanien, Frankreich und Deutschland bis nach Griechenland. Dabei liegt Deutschland in einer westlichen Höhenströmung bei der feuchte und mildere Luft in höheren Luftschichten über die weiterhin vorhandene bodennahe Kaltluft fließt. Folge sind Hochnebel und Nebel, die sich in der windschwachen Luftmasse sehr gut halten können. Anders schaut es auf dem Nordatlantik aus, wo ein Tief südlich Grönlands zusammen mit einem Tief nördlich Islands sehr milde Luft bis nach Nordskandinavien schaufelt. Als Ausgleich wird sehr kalte Polarluft nach Nordamerika geleitet. Auch der Mittelmeerraum liegt unter Tiefdruckeinfluss. Die Hochdruckzone und Tiefs über Südspanien sowie Süditalien bringen sehr kalte Luft aus dem Polargebiet bis weit nach Westen. Hier ist die Ursache die östliche Luftströmung, die durch die Lage der Tiefs und der Hochdruckzone erzeugt wird.

Am Dienstag verlagert sich das Tief südlich Grönlands weiter nach Osten und überquert dabei Island. Während auf seiner Vorderseite in der Nacht auf Dienstag noch milde Luftmassen über Großbritannien ziehen, wird rückseitig am Nachmittag sehr kalte Polarluft über Schottland bis nach Mittelgroßbritannien geleitet. Deutschland bekommt noch mehr von der milden Luft ab. Das Tief sorgt gleichzeitig dafür, dass die Hochdruckzone gewissermaßen in die Zange genommen wird. Es drängt von Norden her langsam nach Süden voran und schickt erste Ausläufer in Form einer Warmfront im Laufe des Nachmittags in den Norden Deutschlands. Der Süden bleibt auch weiterhin im Einflussbereich vom ruhigen Winterwetter.

Vorübergehend fließt am Mittwochvormittag in höheren Luftschichten kältere Luft nach Norddeutschland. Diese wird noch vom Tief herangeführt, welches am Dienstag über Island nach Nordosten zog und sich am Mittwoch südlich Grönlands mit einem neuen Tiefdruckgebiet vereinigt. Aufgrund der wachsenden Luftdruckgegensätze über Mittel- und Nordwesteuropa wird der Wind zunehmend eine Rolle spielen. Nach der Kaltluft wird im Laufe des Nachmittags neue Warmluft aus Südwesteuropa über Deutschland einfließen.

Bis Donnerstag zieht das Tief weiter über Island nach Nordosten. Auf dessen Rückseite kommt erneut Kaltluft nach Deutschland. Zudem werden auch über Norddeutschland die Luftdruckgegensätze deutlich steigen, so dass es im Norden erste stürmische Böen geben kann. Vor allem im Erzgebirgsrand gehen die Niederschläge von Regen teilweise in Schnee über. Allerdings kommen die Niederschläge mit der Warmfront. Im Norden zieht die Warmfront bereits in der Nacht über den Himmel und am Tag macht sich die Höhenkaltluft mit viel Sonne bemerkbar. Einzelne Schauer sind nur im Nordseeumfeld zu erwarten. Zu den Temperaturen noch ein Wort. Am Donnerstag sind im Bereich der Nordsee bereits 6 bis 8 Grad möglich. Frostig bleibt es wohl noch im Südosten Bayerns.

Maik Thomaß, 31.01.2011 13:54
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